Offizielle Weiterbildungsinhalte (BÄK)

Die nach dem Beschluß der Bundesärztekammer vom 18.08.1998 vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte für die
Psychosomatische Grundversorgung für den Facharzt teilen sich in folgende Inhalte auf:

 mindestens

  1. 20 Stunden Theorie,
  2. 30 Stunden verbale Intervention
  3. 30 Stunden Balintgruppe

Themenbereiche der Psychosomatischen Grundversorgung

Wir vermitteln in den Kursen zur Psychosomatischen Grundversorgung unter anderem folgende Inhalte:

  • Grundlagen der Psychiatrie und der Psychotherapeutischen Medizin
  • Einführung in die psychotherapeutische Medizin, Diagnostische Fragestellungen
  • Psychotherapeutische Verfahren, Indikation und Kostenübernahme
  • Neurosenlehre, Grundformen der Neurosenpathologie und für die Praxis besonders relevante Krankheitsbilder
  • Gesprächsführung und Moderne Kommunikationsmodelle
  • Einführung in die Familientherapie
  • Krisenintervention
  • Balintarbeit

Psychosomatische Grundversorgung - Grundgedanken - Themenaufstellung

Durch die Seminare zur Psychosomatischen Grundversorgung soll der teilnehmende Arzt eine Basisqualifikation erwerben, mit deren Hilfe er die sich ihm in seiner Praxis stellenden Fragen der psychotherapeutischen und psychiatrischen Differentialdiagnostik bewältigen können soll.

Es werden Grundbegriffe eines psychosomatischen Verständnisses für das Krankheitsgeschehen an sich vermittelt  bzw. vertieft. Die Teilnehmer sollen daraus jeder für sich ihre eigene entsprechende Herangehensweise an die Patientenprobleme in der Praxis entwickeln. Auch die Differentialindikation des eigenen Vorgehens und des Einsatzes der verschiedenen Therapieverfahren durch den jeweils zuständigen Fachkollegen soll daraus abgeleitet werden. Wo und auf welche Weise kann und sollte der Patient durch ein oder mehrere eingehende Gespräche betreut werden, wo sollte ein bestimmtes Verfahren der kleinen Psychotherapie eingesetzt und in welchen Fällen sollte der Patient zur Psychotherapie, zum Neurologen oder zum Psychiater überwiesen werden?

Welche Fragen sind durch eigene Beobachtung und Befragung des Patienten und seines Umfeldes zu klären? Wo sind die Grenzen der psychosomatischen Grundversorgung? Wann und zur Klärung welcher Fragen ist die neurologische bzw. psychiatrische Diagnostik erforderlich?

Bei diesen Seminaren soll die zu vermittelnde Theorie möglichst praxisnah vermittelt werden. Es soll immer wieder die Verbindung zum konkreten Fall geschaffen werden. Die Schwerpunkte sollen entsprechend der Probleme und Fragen, die sich in der Praxis häufig stellen, gesetzt werden.

 

Themenaufstellung:

1) Theorieseminar mind. 20 Stunden

  • Kenntnisse zur Theorie der Arzt Patienten Beziehung
  • Kenntnisse und Erfahrungen in psychosomatischer Krankheitslehre
  • Abgrenzung psychosomatischer Störungen von Neurosen und Psychosen
  • Kenntnisse  zur Krankheit und Familiendynamik
  • Interaktion in Gruppen
  • Krankheitsbewältigung (Coping)
  • Differentialindikation von Psychotherapieverfahren
  • das triadische System der Psychiatrie
  • Grundzüge der Neurosenlehre
  • Psychoanalytische und andere Konzepte (Entwicklungsstörungen, Symptom- und Strukturbildung)
  • kleine Psychotherapie
  • Entspannungsverfahren
    • Autogenes Training
    • Progressive Muskelentspannung
    • katathymes Bilderleben
    • konzentrative Bewegungstherapie
  • Integration von Entspannungsverfahren in eine fortlaufende ambulante Psychotherapie
  • Übergänge zur eigentlichen Psychotherapie
  • Hypnose (klassische Verfahren, Erickson-Hypnose)
  • große problembezogene Psychotherapie
  • klassiche Verfahren
    • Psychoanalyse
    • Verhaltenstherapie
  • neuere Verfahren
    • Familientherapie
    • moderne Formen der Verhaltenstherapie
    • Gestalttherapie
    • Transaktionsanalyse
    • körperbezogene Verfahren
  • stationäre und ambulante Therapie
  • Konversionssyndrome
  • Angstkrankheiten
  • verschiedene Formen und Nosologien der Depression, Behandlungskonzepte
  • Zwangsneurose
  • Hysterie
  • Eßstörungen:
    • Anorexie
    • Bulimie
  • Funktionelle Störungen (am Beispiel des abdominellen Bereichs)
  • Colitits ulcerosa
  • M. Crohn
  • Hyperventialtiionssyndrom
  • Suchtstörungen
  • Sexualstörungen
  • Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen
  • Psychotherapie im Senium
  • Schmerz und Psychosomatikpostthraumatische Störung
  • Krankheitsbewältigung, Coping, Alltagsintegration

 

2) Reflexion der Arzt Patienten-Beziehung durch kontinuierliche Arbeit in Balint- oder Selbsterfahrungsgruppen

mind. 15 Doppelstunden

 

3) Vermittlung und Einübung verbaler Interventionstechniken, mind. 30 Std. Dauer

  • Setting, Zielsetzung des Ärztlichen Gesprächs
  • Gesprächsführung, Allgemeines (Arzt-Pat.-Beziehung)
  • eigene innere Konflikte, („innere Antreiber“)
  • Nähe und Distanz
  • Techniken der Gesprächsführung
  • Konflikte und Konfliktbewältigung
  • Die Krisenintervention (allgemeines Vorgehen, beispielhafte Fälle)
  • Interventionsschema bei emotionalen KrisenTod, unheilbare Erkrankung, Krankheit/Verlust eines Angehörigen
  • Kübler-Ross-Stadien der Problembewältigung
  • Der schwierige Patient
  • Ärztliches Gespräch und Familientherapie
  • Das Team, Konflikte, Strategien zur Teambildung, Zielklärung/-findung
  • Gespräch auf der Metaebene
  • Moderationstechniken

 

Inhalte Kursblock 1

 

Psychosomatische Grundversorgung Kurs 1

Programmablauf:

Block 1             16.00 – 17.30

Einteilungsmöglichkeiten für psychische Erkrankungen, triadisches System der Psychiatrie; Beispiele v.a. exogene Psychosen, Demenzformen, (Video, Audiosequenzen, Beispiele der Teilnehmer) kurze Wissensabfrage

Block 2             17.45 – 19.15

Einteilungsmöglichkeiten für psychische Erkrankungen, triadisches System der Psychiatrie; Beispiele v.a. Psychosen [Depression, bipolare Störungen, DD] (Video, Audiosequenzen, Beispiele der Teilnehmer) kurze Wissensabfrage

Block 3             19.30 – 21.00

Einteilungsmöglichkeiten für psychische Erkrankungen, triadisches System der Psychiatrie; Beispiele [Schizophrenien] (Videosequenz, Beispiele der Teilnehmer) kurze Wissensabfrage

Block 4             09.00 – 10.30

Nacharbeit ggfls. Ergänzungen des Stoffes vom Vortag, interaktive Wissensabfragen,

Block 5             10.45 – 12.15

Entwicklungspsychologie, Entstehung von Neurosen, Grundformen der Neurosenpathologie, Differentialdiagnose zu Psychosen

Block 6             13.30 – 15.00

Psychosoziale Aspekte des Kranksein

Block 7             15.15 – 16.45

Arzt-Patienten-Beziehung, Theorie, Rollenspiele, interaktive Abfrage

Block 8             17.00 – 18.30

Für die Praxis besonders relevante Krankheitsgruppen:

1.      Reaktive Störungen;

a.      Belatungsreaktionen,

b.      posttraumatische Reaktionen,

c.      somatopsychische Strörungen

Block 9            16.00 – 17.30

Für die Praxis besonders relevante Krankheitsgruppen:

1.      Organneurosen;

a.      Konversiionssyndrome

b.      Psychovegetative Störung

c.      Psychogenes Schmerzsyndrom

Block 10             18.45 – 20.15

Phobien, Angststörungen

 

Inhalte Kursblöcke 2, 3 und 4

 

Psychosomatische Grundversorgung Kursblöcke 2 - 4

Bei allen Wochenenden wird Balint-Arbeit mit eingechlossen. Dies ist aufgrund der Bundesärztekammerbestimmungen erforderlich, damit die vorgeschriebene "kontinuierliche Balint-Arbeit" erfüllt werden kann. Wenn die Wochenendseminare nicht jeweils monatlich stattfinden, werden zusätzliche Termine an WOchenenden angeboten (meist an Sonntagen), damit mindestens einmal im Monat eine Balint-Gruppe stattfindet. 

Kurs-Wochenende 2

1. Theorie, im Bereich der Psychosomatischen Grundversorgung relevante theoretische Systeme
2. Entspannungsverfahren, klassiche und moderne
3. Gesundheitsbildung Teil A

Kurs-Wochenende 3

1. Entspannungsverfahren, Abschluss, Anwendung
2. Hypnose
3. Kommunikation, Systeme, Theorien, praktische Anwendung Teil A
4. Krisenintervention Teil A

Kurs-Wochenende 4

1. Kommunikation, Systeme, Theorien, praktische Anwendung Teil B
2. Krisenintervention Teil B

nach oben

Aktuelle Meldungen